Kultur & Brauchtum wird bei den Donau-Perlen groß geschrieben

brauchtum

Der Frühling zieht ins Land und in der Nacht zum 1. Mai stellen die Burschen und Männer des Dorfes den festlich geschmückten Maibaum auf. Wurde dieser aber, nach altem Brauch, in der Nacht zuvor von den Leuten aus dem Nachbarort gestohlen, so muss er nun wieder durch Freibier eingelöst werden.



Sonnwendfeuer oder Johannisfeuer



Das Johannisfeuer (oder Würzfeuer, Nodfeuer) ist ein ursprünglich heidnischer und im Volksleben fortlebender Brauch. Seit der Christianisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem 24. Juni, dem Johannes des Täufers (Johannistag), verbunden, und einige der Sonnenwendbräuche, die sich bis heute erhalten haben, wie die Johannisfeuer, sind nach ihm benannt.



„Pfingstsingen“

 - „So reisen, so reisen, so reisen wir daher“

Dieser Kehrreim war in der Nacht auf Pfingstmontag in nahezu allen Dörfern und Märkten zu hören. 
Die Pfingstsinger waren unterwegs. Wasserdicht verpackt, oft mit frischem Grün auf den Kopfbedeckungen, zogen sie von Haus zu Haus um, wie es der alte Brauch vorsieht, zum Einen die Bewohner gesanglich zu „derblecken“, aber auch Segenswünsche am Schluss ihres Vortrags zurückzulassen.
Dabei nahmen sie auch billigend in Kauf, von den Hausbesitzern kräftig mit Wasser begossen zu werden. 
Aber dies lohnte sich, gab es von diesen am Schluss auch einen Obulus in Form von Eiern, Schmalzgebäck, meist aber von Geld, der vom „Oakater“ eingesammelt wurde. 
Dieser kündigte das Kommen der Pfingstsingergruppe mit einem lauten „Kikeriki“ an.


pfingstsingen-ff-2009Die Männer von der Freiwilligen Feuerwehr Obernzell pflegen diesen Brauch, der andernorts auch als „Wasservögelsingen“ bekannt ist, mit Hingabe schon seit Jahrzehnten.


Auch heuer starteten sie in zwei Gruppen vom Obernzeller Feuerwehrhaus weg zum Pfingstsingen. 
Während die „Fußtruppe“ innerorts von Haus zu Haus marschierte, war es der „transportierten“ Gruppe vorbehalten, die am Ortsrand von Obernzeller liegenden Häuser und einige Stationen in den Nachbarorten aufzusuchen. 

Sie starteten traditionell beim Kloster Obernzell. Hier heißt es jedes Jahr zur Freude der Altenheimbewohner besonders kräftig „Wasser marsch“, wenn die Sänger zu Werke sind. 
Auch im Hotel Fohlenhof waren die Gäste vom für viele sehr exotisch anmutenden Auftritt der Florianijünger sehr angetan. Dies galt auch für die nächste Station: Beim Gasthaus Kornexl in Jochenstein war besonders viel Publikum zugegen. So ging es weiter über die Bauerngehöfte in Jochenstein und in der Grünau zurück nach Obernzell.

Mit jeder Station wurde die Kleidung ob der Wassergüsse schwerer und schwerer. Gegen 23 Uhr schließlich hatte man sein Pensum erfüllt. Nass, teils fröstelnd, ging es ins Obernzeller Feuerwehrhaus zum Feiern. 
Die gesammelten 200 Eier wurden in die Pfanne gehauen und als Rührei verspeist, nicht ohne diese auch kräftig „hinunterzuspülen“ und die Stationen des heurigen Pfingstsingens noch einmal Revue passieren zu lassen. 


Artikel aus der PNP, Autor:  Norbert Pree,  Bild:  Norbert Pree

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